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Coachella-Festival in Kalifornien – Die Wüste lebt divers

today19. April 2023 26

Hintergrund
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Es ist eines der meistbesuchten Festivals der Welt: Coachella. Während bei anderen Festivals mangelnde Diversität angeklagt wird, setzt Kalifornien auf Vielfalt. Es wird aber auch zunehmend teuer.

1999 standen beim ersten Coachella-Festival vor allem weiße, männliche Rockstars auf der Bühne. In diesem Jahr war das Programm so divers und international wie nie zuvor: Mehr als die Hälfte der Künstlerinnen und Künstler, die am Wochenende vor Zehntausenden Fans in der Wüste Kaliforniens auftraten, kamen nicht aus den USA.

Zudem gaben erstmals ausschließlich nicht weiße Headliner den Ton an: Am Freitagabend gab der Reggaeton-Star Bad Bunny aus Puerto Rico das letzte Konzert auf der Hauptbühne (»Un Verano Sin Ti«). Der 29-Jährige stellte zuletzt einen Rekord nach dem anderen auf. In den Spotify-Charts ist er seit drei Jahren der meistgestreamte Künstler. Nun ist er der erste spanischsprachige Performer, der einen Headliner-Slot beim Coachella erhielt. Am Samstagabend dann folgte die K-Pop-Frauenband Blackpink aus Südkorea, am Sonntag der Schwarze US-Sänger Frank Ocean.

Damit setzt Coachella gezielt auf eine andere Strategie als etwa das ebenfalls weltberühmte britische Massenevent in Glastonbury. Das wird im Sommer 2023 nur männliche Headliner bieten und war deshalb massiv kritisiert
worden.

Dancers hold “My Body My Choice” signs as US rapper Latto performs during the first weekend of the Coachella Valley Music and Arts Festival in Indio, California, on April 16, 2023. (Photo by VALERIE MACON / AFP)

Weitere Stars waren Rosalía aus Spanien, Angèle aus Belgien, Christine and the Queens aus Frankreich, Björk aus Island, Los Fabulosos Cadillacs aus Argentinien, Burna Boy aus Nigeria, Diljit Dosanjh aus Indien und Ali Sethi aus Pakistan.
Sushi für 340 Euro?

Nicht nur musikalisch, auch kulinarisch gilt Coachella als Event der Superlative. Im vergangenen Jahrzehnt vergrößerte sich das Angebot beim Festival stetig. Inzwischen reservieren Restaurants aus den ganzen USA ihren Platz unter dem berühmten Riesenrad. Ob Foodtrucks mit Burgern, Tacos und veganen Speisen oder ganze Pop-up-Restaurants: Für alle Geschmäcker – und Geldbeutel – ist etwas dabei. So können sich Sushi-Liebhaber für 375 US-Dollar (340 Euro) plus Mehrwertsteuer ein 16-Gänge-Menü inklusive Sake-Begleitung servieren lassen. Ganz neu im Programm ist außerdem eine Bar, die ausschließlich nicht alkoholische Getränke ausschenkt.

Atmosphere at the Coachella Valley Music and Arts Festival during the forst week-end, in Indio, California, on April 15, 2023. (Photo by VALERIE MACON / AFP)

Die Riesenveranstaltung, die an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden in Indio im kalifornischen Coachella-Tal stattfindet, zählt zu den größten Festivals der Welt. Das Line-up ist an beiden Terminen identisch. Die offiziellen Preise reichen von 550 US-Dollar (500 Euro) für ein reguläres Drei-Tage-Ticket bis hin zu 15.000 US-Dollar (13.600 Euro) für die Luxuserfahrung mit klimatisiertem Zelt, privatem Badezimmer und Transport über das Festivalgelände via Golfmobil. Wem das zu teuer ist, der kann dieses Jahr komplett per YouTube dabei sein: Die Auftritte auf insgesamt sechs Bühnen werden erstmals auch im Internet übertragen.

sak/dpa/AFP

Geschrieben von: admin

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